Sommer 2001

21.7.2001 und 22.7.2001 

Um 16 Uhr in Schilksee Süd begab es sich, dass sich vier von der Arbeit gezeichnete Gestalten auf die SY Eule begaben. Nachdem die Crew, bestehend aus Frederike Buhse, Markus Stock, Phillip Meurer und Fabian Buhse, und die Eule fertig zum Auslaufen waren, letzte Anweisungen gegeben und ein letzter Blick in die Karte geworfen worden war, stand unser Traumziel fest: Anholt - nonstop! Aber wir wollten erstmal schauen, wie es läuft. Häfen zum einkehren, mit anderen Worten : aufgeben, gibt es auf dem Weg schließlich genug. Also liefen wir aus und setzten Groß und Genua. Der Wind blies mit 3-4 m/s aus SW. Kurz vor dem Kieler Leuchtturm trafen wir noch das Clubfolkeboot "Lotte" und drehten einen komunikativen Kreisel. Um 16.50 Uhr tauschten wir die Genua gegen den Spi. Das war zwar ein tolles Manöver, brachte uns aber nur einen Speedzuwachs auf sagenhafte 3 Knoten. Bei der Geschwindigkeit würden wir wahrscheinlich erst nächste Woche Anholt erreichen. Also gingen um 17.30 Uhr die Segel in den Sack und der Motor an. Unser 5. Mann Charly (Selbststeueranlage) übernahm die Pinne bis Marstal. Mit Einsetzen der Dämmerung ging es dann durch den eher unbeleuchteten Tonnenstrich. Um 22.30 Uhr passierten wir endlich die erste Brücke bei Rudköbing. Nun war es dunkel! nicht dämmrig, sondern DUNKEL. Den Rest des Tonnenstrichs passierten wir mit ca. 7,5 Knoten(1,5kn Strom mit uns) und einer ordentlichen Portion Glück. An der Ansteuerung setzten wir um 23 Uhr wieder Groß und Genua, da der Wind inzwischen wieder auf ca. 6m/s aus SO zugenommen hatte. Nun ging es durch die Nacht mit ca. 6-7 Knoten Speed. Es war, um es mit den Worten von Flensburger Dunkel zu sagen, irgendwie mild und ganz schön dunkel! Frederike hat nun ausgeschlafen? und übernahm für die Nacht das Ruder. Außer drei beinahe Rammings mit ca. 2 Meter hohen Fischerfähnchen war eigentlich nichts Besonderes los. Aber genau dies hielt uns den Rest der Nacht wach. Gegen 1.30 Uhr nahm der Wind dann noch einmal einen guten Schlag zu, denn wir wollten ja durch die Belt Brücke, und das macht ja nur so richtig Spaß, wenn dass Schiff ordentlich geigt. Danach ging es mit guter, schneller Fahrt weiter Richtung Norden. Bei Kerteminde wurde es langsam heller. Wir passierten Samsö und entschieden uns dort direkt weiter nach Anholt zu fahren... Gegen 16.45 Uhr nahmen wir die Segel weg. Der erste Blick auf den Hafen sagte uns vieles, aber nicht, dass er sooooo voll war! Wir machten schließlich um 17.30 Uhr in zweiter Reihe fest. Dann folgte Aufklaren, Abendessen (Käsespätzle von unserem Smutje Markus), duschen und schlafen, oder ein wenig feiern. 

Resultat: nach knapp 25,5 Stunden 141,6sm

23.7.2001 

Es begab sich aber, dass die Crew der Eule beschloss nach so einem schönen Resultat doch erst einmal einen Tag auf Anholt auszuspannen. Beschluss: Hafentag auf Anholt! Na das ist doch immer schön: Ausschlafen, sonnen, baden, entspannen, Das machten wir dann auch, wobei das schöne Titelbild für diesen Sommertörn entstand, ein echter Meurer!! Nun es wäre sicherlich an dem Tag noch langweilig geworden, wenn es nicht doch ein bisschen Stress gegeben hätte: 

Die Visa Oddysee ---> Markus Stock - ein Erlebnisbericht. 

Die Freiheit nehm ich mir, es war im Casablanca, Sonntag Abend, das Lokal füllte sich mit dänischen Schönheiten. Don Phillipe und ich entschieden, angesichts der vielversprechenden Lage uns erstmal ein gutes Bier zu genehmigen, um etwas Zeit zur Orientierung zu bekommen. - Modern wie wir sind, wollten wir uns die Freiheit mit der Visa Karte zu bezahlen nicht nehmen lassen. Prompt stehen zwei kalte Bierflaschen bereit auf dem Tresen, die wir uns auch gleich genüsslich zu Munde führen. Ich warte derweilen auf den Kellner mit meiner Visa Karte, welcher aber vom Erdboden verschwunden scheint. Ich beginne bereits mir meine Gedanken zu machen. Als er dann doch wieder aus der Küche zurückkommt, winkt er mich zur Seite um mir zu eröffnen, dass meine Karte gesperrt sei und er sie nun einbehalten müsse. Meine Gedanken gehen nun wild durcheinander: "Wieso das??"- Ist der Kellner ein Gauner, der nun in aller Ruhe mein Konto plündern will? Ich verlange seinen Chef zu sprechen, welchen er mir in weiblicher Form kurz darauf herbeiholt. Hilft alles nichts, die Karte bleibt weg.# Dem Kassenzettel entnehme ich die Tel. Nr. des Lokals und meine Kartennummer. Am nächsten Tag rufe ich meine Eltern an und gebe ihnen schnell meine Daten durch, damit die bei meiner Bank günstiger die Problematik schildern können. Rückruf von Barcley : wegen eines Anrufs meinerseits auf ein kostengünstigeres Studentenkonto zu wechseln, seien die Karten vorerst gesperrt worden ##super## Wat nu? Ich gebe nochmals Tel vom Casablanca durch, damit sie mir dort meine Karte wiedergeben können. Als ich eine halbe Stunde später in besagter Lokalität auftauche, bestätigt man mir den Anruf von Barcley, jedoch wäre das OK der dänischen VISA Zentrale noch nicht gegeben. Rückruf bei Barcley in HH -- erneute Schilderung, worum es geht, Telefon vom Casablanca und der dänischen VISA Zentrale.  Nach einer kurzen Erholungspause am Strand ist nun durch erneuten Rückruf von Barcley grünes Licht gegeben. -- Soll ich dem Frieden trauen?? Zurück im Casablanca kommt mir schon der Kellner grinsend mit meiner Karte entgegen, welche er mir gegen Vorlage meines Personalausweises freundlich überreicht. Nach einem etwas längerem Spaziergang( wo ist eigentlich der Ort hier) über die Insel, kommt nun die Generalprobe: Phillip, Fabian und Ich -- ort Casablanca. Ich gehe an die Bar und bestelle 3 Bier- die Spannung steigt, die Karte wird durch die Kasse gezogen, Stille.... Erleichterung, der Ausdruck ist da, alles gutgegangen, eine Unterschrift und nun wirklich die volle Freiheit zurück, genüsslich auf der Tanzfläche den Abend ausklingen zu lassen. 

24.7.01

Es begab sich aber, dass die Crew der Eule nun, die Freiheit zurückgewonnen und gut ausgeruht vom Hafentag, sich wieder auf Tour begab. Richtung Lerkil. Um 10.40 Uhr reichlich spät für Anholt, verließ die Eule die Sonneninsel. Zuerst unter Motor, wobei auch das Frühstück eingenommen wurde. Kurz hinter dem Zwangsweg um 14.30 Uhr gingen dann endlich die Segel hoch (Groß und Genua). Denn nun hatte endlich der umlaufende Wind sich entschieden und kam mit etwa 4m/s aus Nordwest. Bei Nidingen um 16.48 Uhr gingen die Segel wieder runter und der Motor an. Zu allem Überfluss begann es um 17.15 Uhr zu regnen, allerdings nicht viel und nicht lange, so dass die Spätzünder ihr Ölzeug fast trocken in den Hafen segelten. Außerdem begann die Tonnensuche, in Schweden nicht wegzudenken. Dabei ist es ja auch ab und zu ganz hilfreich seine Position auf der Karte festzustellen! mit andern Worten: Die Koordinaten auf der Karte eintragen! Diese Worte aus Fabians Mund wurden von Markus doch etwas zu wörtlich genommen und so fand Fabian die Koordinaten nachher fein säuberlich aufgeschrieben irgendwo auf der Karte (in Ziffern)..... Trotz alledem fanden wir sicher in den Hafen. 19.00Uhr Anlegen in Lerkil. Abends machten sich noch 4 düstere Gestalten in einem kleinen Schlauchboot auf den Weg auf eine einsame Schäre, und kehrten auch wieder zurück. 

25.7.01 

Es begab sich aber, dass, nach längerem Hin und Her und kleinen Reinigungsvorgängen am und im Schiff( leider ohne Wasserschlauch), die Eule sich doch noch gegen 1300 Uhr von Lerkil in Richtung Norden, Ziel : unbekannte Schäre, auf den Weg machte. Bei einem Wind aus Nordwest mit ca 5-6 m/s ging es teilweise unter Motor und Groß, aber auch unter Fock und Groß meist schön schnell durch die Schären. Ah und endlich: Das erste Motorboot, das uns direkt vor dem Bug langfährt! Das haben wir vermisst. Jetzt ist es sicher: wir sind in Schweden! Um 16.45Uhr machten wir dann sicher in der bisher unbekannten Schäre St Lynskär fest. Markus sorgte für einen Imbiss mit improvisierten Pfannkuchen( Wozu eigentlich immer so viel Mehl in die Pfannkuchen? wenn man es nicht hat? egal! Dafür haben wir mehr Eier.!), außerdem wurde noch gebadet. Abends dann das langersehnte Grillen auf der Schäre mit den extra aus Kiel importierten Würstchen. Außerdem , ohnehin schon kultigen Rotwein auf der Schäre, gab es noch einen neuen Trend: Bratäpfel auf der Schäre!!! Absolut in! 

26.7.2001 

Es begab sich aber, dass die Crew der Eule nach einem morgendlichen Bad und einem sonnigen Frühstück, gegen 12.30 Uhr die Schäre verließ, um der Großstadt Göteborg entgegen zu segeln. Gleich hinter der Schäre ging die Fock hoch, die für gute 10m/s gut ausreichend war. Als wir gerade einen breiteren und zum Glück auch tieferen Teil der Strecke zu fassen hatten, verabschiedete sich gegen 13Uhr unsere Solardusche. -- Mann über Bord! Manöver wird gefahren. >Mann überfahren.. Naja , ist ja eh tot.. Nochein Manöver.. Wo ist die Dusche ? Suchen... Ah da! Manöver... Wir haben sie! Resultat: Unter Fock fährt sich das Ganze gleich ganz anders ! Und nach diesem fast perfekten Manöver ging es dann weiter durch die Schären. Schnell!! An der Brücke vor Göteborg dann Fock weg, Motor an.

 15.00 Uhr Anlegen in Lilla Bommen. Mit einer Flasche Sekt und schöner Lesestunde konnte der letzte Abend von dieser Segeltour mit dieser Besetzung ausklingen. Das war diese Tour. Crewwechsel: 27.7.2001 Karin und Reinhard Buhse an Bord, Markus Stock und Phillip Meurer nach Kiel zurück. Tschüß! ... Es begab sich also, dass zwei vom Segeln gezeichnete Gestalten die SY-Eule verließen und die Stena bestiegen. Zwei andere vom Segeln gezeichnete Gestalten an Bord blieben. Außerdem zwei gestresste Gestalten an Bord kamen. 

___ schnitt!___